Meine unkomplizierte und budgetfreundliche Inselroute

Als ich zum ersten Mal in Kingstown angekommen bin, war die Mischung aus Vorfreude und leichter Nervosität sofort da. Der Plan war klar: die Grenadinen entdecken — aber ohne teure Yacht oder Luxusbudget. Schnell stellte sich heraus, dass das Inselhopping mit lokalen Fähren eine der besten Entscheidungen der Reise war. Nicht nur, weil sich dadurch viel Geld sparen ließ, sondern auch wegen der Menschen, die man unterwegs kennenlernt. Im Folgenden findest du die Route, Fährverbindungen und Tagesplanung, die ich selbst genutzt habe — flexibel anpassbar und ideal, um die Grenadinen auf unkomplizierte Weise kennenzulernen.

Noch immer überrascht mich, wie unkompliziert und vergleichsweise günstig Inselhopping in St. Vincent & den Grenadinen sein kann. Zwischen Bequia und Union Island liegen oft weniger als eine Stunde Fahrt und nur wenige EC-Dollar. Jede Überfahrt fühlte sich an wie ein schneller Wechsel zwischen völlig unterschiedlichen Inselwelten: Eben noch Gespräche mit Fischern in Port Elizabeth, kurz darauf Kokoswasser unter den Palmen von Mustique.
Gerade in einer Region, die oft als teuer gilt, hat mich Saint Vincent mit entspannter Atmosphäre, lokalen Begegnungen und überraschend erschwinglichen Fährverbindungen beeindruckt — oft alles noch vor dem Mittagessen.

Tag 1: Kingstown → Bequia

Nach einem schnellen Frühstück mit Roti ging es morgens zur Bequia Express Fähre mit Abfahrt um 8 Uhr. Bereits gegen 8:50 Uhr lief die Fähre in den Hafen von Port Elizabeth ein — und sofort war die entspannte Atmosphäre der Insel spürbar.

Vormittag in Port Elizabeth

Nach dem Check-in im The Liming Bequia in Friendship (ab etwa 350 US-Dollar pro Nacht für ein Doppelzimmer) ging es direkt weiter zu einem kleinen Fish-Cake-Stand an der Lower Bay. Die frisch frittierten Fischküchlein mit scharfer Pepper Sauce kosteten nur wenige EC-Dollar und wurden schnell zu einem festen Ritual während der Reise durch die Grenadinen.

Ein kurzer Spaziergang führte anschließend zum Bequia Heritage Museum (Dienstag bis Samstag geöffnet). In einem restaurierten Holzhaus aus dem 19. Jahrhundert erzählen traditionelle Bootsmodelle, Garifuna-Artefakte und alte Fotografien der Osterregatten aus den 1950er-Jahren von der Geschichte der Insel und ihrem maritimen Alltag.

Nachmittag am Princess Margaret Beach

Gegen Mittag ging es mit einem offenen Taxi weiter zum Princess Margaret Beach. Das Wasser der geschützten Bucht war außergewöhnlich klar, ideal zum Schnorcheln. Für etwa 20 XCD ließ sich Ausrüstung mieten, bevor es für mehrere Stunden zwischen Kaiserfischen und Sergeant-Major-Fischen ins Wasser ging.

Sonnenuntergang, Rum und Abendessen

Unterkünfte in Kingstown/Vila

Für eine Nacht auf Bequia eignen sich zum Beispiel:

$$$ Bequia Beach Hotel

$$ Liming Bequia

Tag 2: Bequia → Mustique → Canouan (Vom Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang)

Der Tag begann früh: Um 6:30 Uhr klingelte der Wecker für den kurzen Aufstieg auf den Mount Peggy, den 118 Meter hohen Aussichtspunkt der Insel. Gegen 7:15 Uhr stand ich oben, trank Kaffee aus der Thermoskanne und blickte auf Union Island und Canouan, die langsam aus dem Morgennebel auftauchten. Die Beine waren danach zwar müde, aber die Aussicht über die Grenadinen war jede Anstrengung wert.

Fährwechsel am Morgen

Zurück im Ort gab es gegen 9 Uhr noch schnell ein Roti bei Tia’s Roti Hut (ca. 10 XCD), bevor es per Taxi nach Paget Farm ging (ebenfalls etwa 10 XCD). Von der kleinen Straße oberhalb des Hafens startet an bestimmten Tagen die Fähre nach Mustique um 9:30 Uhr. Gegen 11:30 Uhr erreichte ich schließlich die hellen Granitstrände von Mustique.

Mittagspause und entspannter Nachmittag auf Mustique

Am Macaroni Beach war das Meer überraschend ruhig, sodass ich mir für etwa 50 XCD ein Paddleboard mietete. Zwischen den Korallenformationen unter der Wasseroberfläche zu paddeln fühlte sich fast surreal an — mit etwas Glück lassen sich draußen am Riff sogar Delfine beobachten. Später ging es weiter zu Basil’s Bar, einer offenen Strandbar mit entspannter Atmosphäre, Musik im Hintergrund und Schaukeln direkt über dem Sand.

Zurück nach Bequia und weiter nach Canouan

Am Nachmittag ging es mit der Fähre gegen 14 Uhr zurück nach Bequia, wo ich gegen 16 Uhr wieder in Paget Farm ankam. Von dort brachte mich ein Taxi zurück nach Port Elizabeth, gerade rechtzeitig für die Jaden Sun Fast Ferry nach Canouan um 18 Uhr. Kurz nach 19 Uhr erreichte ich die Insel.

Gegen 19:30 Uhr checkte ich in den Bayview Apartments auf Canouan ein (ab etwa 240 XCD bzw. 90 US-Dollar pro Nacht). Die warme Brise von der Saline Bay ließ schnell vergessen, dass der Tag aus mehreren Fähren und langen Wegen bestanden hatte — genau das macht Inselhopping in den Grenadinen irgendwie besonders.

Unterkünfte in Kingstown/Vila

Für die nächsten drei Nächte auf Canouan eignen sich zum Beispiel:

$ Bayview Apartments

$$ Soho Beach House Canouan

Tag 3: Entspannen und Entdecken auf Canouan

Die Strände von Canouan wirken oft fast privat. Den Morgen verbrachte ich an der Saline Bay Beach, wo Korallenformationen bereits wenige Meter vor der Küste beginnen. Für etwa 25 XCD mietete ich Schnorchelausrüstung und schwamm wenig später neben einer Meeresschildkröte, die ruhig zwischen den Seegrasfeldern unterwegs war.

Mittagsspaziergang & Lunch

Gegen Mittag ging es weiter zu den Gartenanlagen des Canouan Estate Resort (Tageszugang etwa 20 XCD). Auch ohne Übernachtung fühlt sich der Ort mit seinen Orchideenwegen und gepflegten Grünflächen fast wie ein versteckter tropischer Garten an. Zum Mittagessen gab es im Beach Club Restaurant eine Seafood-Platte mit gegrilltem Hummerschwanz und Kokos-Limetten-Reis — dazu der Blick auf das türkisfarbene Meer.


Nachmittag am Riff

Am Nachmittag ging es per Boot zum Sherman’s Cay Reef (Halbtagesausflug etwa 80 XCD). Entlang der Korallenwände zwischen Papageienfischen, Barrakudas und Ammenhaien zu schnorcheln fühlte sich fast wie ein riesiges natürliches Aquarium an.

Sonnenuntergang & Abendessen

Zurück an Land ließ ich den Nachmittag im Pink Sands Club ausklingen — inklusive einer Piña Colada mit Kokosmilch direkt am Wasser. Während die Sonne langsam hinter dem Horizont verschwand und der Himmel sich von Gold zu Lavendel färbte, wurde es angenehm ruhig auf der Insel. Zum Abendessen fand ich später einen kleinen offenen Straßenstand nahe des Hafens, der Goat Curry Roti servierte — begleitet vom Zirpen der Zikaden und der warmen Abendluft von Canouan.

Tag 4: Canouan → Mayreau → Union Island (nur als Tagesausflug)

Morgen auf Canouan
Der Morgen auf Canouan begann ruhig: Gegen 7 Uhr wehte die warme Meeresbrise durchs offene Fenster meines Zimmers im Treasure Isle Hotel. Nach einem schnellen Kaffee ging es hinunter zur Saline Bay Beach, wo das frühe Licht das Wasser fast unwirklich türkis erscheinen ließ. Für etwa 25 XCD mietete ich Schnorchelausrüstung und trieb eine Weile über Korallenformationen, zwischen denen Papageienfische hin und her schwammen. Gegen 9:30 Uhr war ich zurück am Anleger und lud meinen Rucksack auf die Jaden Sun Fast Ferry.

Um 11:55 Uhr verließ die Fähre den Hafen von Canouan in Richtung Mayreau. Weniger als zwanzig Minuten später tauchte bereits die Salt Whistle Bay auf — eine halbmondförmige Bucht mit hellem Sandstrand und ruhigem, tiefblauem Wasser.

Für etwa 40 XCD mietete ich ein Paddleboard und glitt eine halbe Stunde lang über flache Seegrasfelder, während unter mir Rochen lautlos durchs Wasser zogen.

Zum Mittagessen ging es zu Peter’s Bar, wo ein Lobster-Sandwich mit Knoblauchbutter serviert wurde (ca. 50 XCD). Barfuß im Sand sitzend, mit Blick aufs Meer, fühlte sich der Moment fast unwirklich entspannt an.

Gegen 12:20 Uhr ging es weiter nach Union Island. Obwohl Hurrikan Beryl große Teile von Clifton Village zerstört hatte, lagen weiterhin Fischerboote im Hafen, und Menschen winkten von den verbliebenen Häusern entlang der Küste.

Die nächste Stunde verbrachte ich zwischen den wenigen geöffneten Cafés. Eine Frau namens Mira gab mir kaltes Kokoswasser und erzählte von den Hilfslieferungen ihrer Familie nach dem Sturm. Später berichteten einige Fischer von den Wiederaufbauarbeiten auf der Insel — trotz der sichtbaren Schäden wirkte die Stimmung erstaunlich offen und hoffnungsvoll.

14:00 Uhr – Unterwegs an der Küste von Union Island

Da sichere Unterkünfte weiterhin kaum verfügbar waren, verzichtete ich auf Wanderungen Richtung Mount Taboi, der teilweise noch gesperrt ist. Stattdessen nahm ich ein Wassertaxi nach Palm Beach (ca. 10 XCD). Trotz beschädigter Wege und vereinzelter Sturmschäden wirkte der Strand selbst überraschend ruhig — heller Sand, kleine Wellen und Familien, die zwischen angeschwemmtem Holz unterwegs waren.

Nach einem kurzen Bad im Meer teilten zwei Kinder ein Stück Mango mit mir, nachdem ich ihnen meinen Müsliriegel angeboten hatte. Gerade diese kleinen Begegnungen machten deutlich, wie viel Lebensfreude trotz der schwierigen Situation auf der Insel geblieben ist.

15:30 Uhr: Union Island → Kingstown
Am Nachmittag nahm ich die MV Gem Star II zurück nach Kingstown (Abfahrt 15:30 Uhr, Ankunft etwa 17:30 Uhr; ca. 80 XCD). Während die Fähre sich langsam entfernte, verschwand die Silhouette von Union Island im Abendlicht — zwischen Rauch vom Wiederaufbau und den verbliebenen Palmen wirkte die Insel trotz allem lebendig.

Abend in Kingstown
Gegen 18:30 Uhr war ich zurück in Kingstown. In einer kleinen Bar am Wasser in Vila bestellte ich gegrillten Mahi-Mahi mit Callaloo und dazu einen Rum Punch. Während in der Ferne Kirchenglocken zu hören waren, dachte ich noch einmal an Union Island — und daran, wie viel Stärke und Zusammenhalt trotz der Zerstörung spürbar geblieben sind.

Tag 5: Tagesausflug nach Young Island → Abschied in Kingstown

Den letzten Tag nutzte ich für einen kurzen, aber überraschend erholsamen Ausflug nach Young Island, bevor es zurück nach Kingstown ging.

7:30 Uhr: Kingstown → Young Island

  • Ein kleines Boot vom Wasserufer in Kingstown brachte mich für etwa 25 XCD in weniger als zehn Minuten nach Young Island.

  • Schon beim Ankommen wirkte die kleine Insel fast wie eine Postkarte: ein schmaler Sandstrand, umgeben von Palmen, dahinter die grünen Berge von St. Vincent.

8:00 Uhr – Strand & Schnorcheln auf Young Island

  • Unter einem strohgedeckten Sonnendach beobachtete ich, wie das Morgenlicht das Meer langsam von dunklem Grau in verschiedene Türkistöne verwandelte.

  • Schon ein kurzer Schnorchelausflug an der Westseite der Insel zeigte lebendige Korallenriffe mit bunten Papageienfischen, einigen Kaiserfischen und sogar einer Karettschildkröte, die kurz auftauchte, bevor sie langsam davonschwamm.

  • Gegen 9:30 Uhr saß ich wieder im Schatten, aß frische Kokosstücke von der Strandbar und trank eisgekühlten Sorrel-Saft.

14:30 Uhr: Young Island → Kingstown

15:00 Uhr: Kingstown → Heimreise
Die Inseln, ihre Menschen, ihre Geschichten und selbst die sichtbaren Spuren vergangener Stürme blieben lange im Kopf. Schon bei der Abreise war klar, dass dies nicht der letzte Besuch in den Grenadinen sein würde — besonders nicht auf Union Island.

Unterkünfte in Kingstown/Vila

Für eine Nacht in Kingstown oder Vila eignen sich zum Beispiel:

$$ Paradise Beach Hotel

Praktische Reisetipps für Saint Vincent & die Grenadinen

Insgesamt ja — besonders, wenn man aufmerksam und entspannt reist. Die Grenadinen wie Bequia, Canouan oder die Tobago Cays wirken meist ruhig und unkompliziert. St. Vincent selbst ist weniger touristisch geprägt und deutlich alltäglicher, weshalb etwas mehr Aufmerksamkeit sinnvoll ist — besonders in Kingstown oder nachts. Mir hat es geholfen, langsam zu reisen, lokale Tipps ernst zu nehmen und Situationen nicht zu überstürzen.

Die offizielle Währung ist der Ostkaribische Dollar (XCD). Bargeld wird auf St. Vincent und den kleineren Grenadinen weiterhin häufig genutzt. In Hotels und einigen Restaurants funktionieren Kreditkarten meist problemlos, für Taxis, kleine Läden, Bootsfahrten oder lokale Essensstände war Bargeld jedoch oft praktischer. US-Dollar werden teilweise akzeptiert, Zahlungen in XCD sind aber meist unkomplizierter.

Auf St. Vincent sind Minibusse und Taxis die wichtigsten Verkehrsmittel, allerdings funktionieren sie oft eher nach lokalem Rhythmus als nach festen Fahrplänen. Ein Mietwagen kann hilfreich sein, wenn man mit engen und kurvigen Straßen zurechtkommt. Zwischen den Grenadinen bewegt man sich meist per Fähre, Wassertaxi oder kurzen Inlandsflügen — Flexibilität bleibt dabei wichtig, da viele Verbindungen wetterabhängig sind.

Leitungswasser gilt grundsätzlich als trinkbar. Gerade bei längeren Bootsfahrten oder Wanderungen habe ich trotzdem häufig eine wiederverwendbare Filterflasche genutzt, statt ständig Wasser in Plastikflaschen zu kaufen.

Die trockenere Zeit zwischen Dezember und Mai gilt allgemein als angenehmste Reisezeit — besonders dann, wenn mehrere Inseln besucht werden oder viel Zeit auf dem Wasser geplant ist. Wetter und Transportverbindungen sind in dieser Zeit meist verlässlicher.

Auch Reisen außerhalb der Hauptsaison können sehr besonders sein, wenn man flexibel bleibt. Nach Hurrikan Beryl war deutlich spürbar, dass die Inseln trotz Herausforderungen weiterleben und sich anpassen. Die Landschaft wirkt grüner, viele Orte ruhiger und das Tempo insgesamt entspannter. Wichtig ist vor allem, mehr Zeit einzuplanen und die Reise nicht zu eng zu takten.

– Auswahl zwischen Kajakfahren, Paddleboarding oder Jetski.
– Freier Nachmittag zum Entspannen, Einkaufen oder weiteren Erkunden der Insel Dhigali.
– Gemeinsames Abschiedsessen unter freiem Himmel mit Bella.

Englisch ist die offizielle Sprache und wird überall gesprochen. Der lokale Dialekt hat zwar seinen eigenen Rhythmus und viele regionale Ausdrücke, die Verständigung war jedoch überall unkompliziert und nie ein echtes Hindernis.

background

Unterwegs in St. Vincent?

Sehenswerte Reiseziele in der Karibik