Ist es noch in Ordnung, ein Airbnb zu buchen?

Overtourism ist längst zu einem geläufigen Schlagwort geworden. Städte, Inseln und ganze Länder ächzen unter der Last zu vieler Besucherinnen und Besucher. Der Alltag der Menschen vor Ort verändert sich drastisch, wenn Preise steigen und immer mehr Wohnraum für Touristinnen und Touristen bereitgestellt wird. Vor allem Airbnb hat bei vielen, die unter den Folgen des Übertourismus leiden, für Unmut und Wut gesorgt.

tanzania travel Zanzibar beaches

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Auf dem Weg, verantwortungsvoller zu reisen und einen positiven Beitrag zu leisten, stellt sich die Frage: Ist es überhaupt noch in Ordnung, über Airbnb zu buchen?

Zugegeben, wir haben selbst gerne in Airbnbs übernachtet – wegen des Komforts und der günstigen Preise. Hinzu kam oft die Gelegenheit, Menschen vor Ort kennenzulernen. Heute gibt es weltweit mehr als vier Millionen Inserate auf Airbnb. Was als Beispiel der Sharing Economy begann, wurde schnell kommerzialisiert, mit neuen Unterkünften an jeder Ecke. Mit der Kommerzialisierung und dem enormen Wachstum haben sich Charakter und Nutzung grundlegend verändert. Die Entwicklung von Airbnb hat ganze Nachbarschaften verwandelt und den Alltag vieler Menschen beeinflusst.

Probleme mit Airbnb

In den letzten Jahren stoßen wir jedoch immer häufiger auf leerstehende Apartments, deren einziger Zweck die Unterbringung von Reisenden zu sein scheint. Die Besitzenden waren oft aus dem Ausland und hatten die Immobilie als Investition gekauft. In einem solchen Airbnb zu übernachten würde dafür sorgen, dass die Tourismus-Einnahmen das Land schnell wieder verlassen – genau das, was wir zu vermeiden versuchen.
Hinzu kommt, dass Airbnb-Unterkünfte in den meisten Ländern keiner Regulierung unterliegen. Es fallen also weder Steuern an, noch gibt es planerische Auflagen. Doch gerade in der heutigen Zeit – und besonders in wirtschaftlich benachteiligten Ländern – braucht es beides: Steuereinnahmen und eine Steuerung der touristischen Entwicklung.

Tobacco Caye, Belize: Reefs end

Die positiven Seiten von Airbnb:

Nicht alles ist schwarz oder weiß. So verständlich die Probleme sind, die durch Airbnb entstehen können – es gibt durchaus auch Vorteile und Lichtblicke.
Zum einen hat Airbnb die entstandenen Probleme anerkannt und sich verpflichtet, die Situation zu verbessern, besonders in Gegenden, die unter Übertourismus leiden.
Laut einer Airbnb-Studie (und Studien lassen sich bekanntlich auf viele Arten lesen) finden 31 bis 96 Prozent der Airbnb-Erlebnisse außerhalb der touristischen Hauptgebiete statt. Natürlich gibt es enorme negative Auswirkungen, wo Airbnb zu stark kommerzialisiert wird, aber an vielen Orten bietet es Menschen vor Ort einen einfachen Zugang zum Tourismus.

Wer ein Airbnb von jemandem aus der Gegend bucht, schafft eine direkte Einnahmequelle, denn die Einkünfte fließen unmittelbar an die Gastgebenden.
Darüber hinaus geben Airbnb-Gäste ihr Geld eher in lokalen Geschäften aus als Hotelgäste. Das verringert die touristische Sickerverluste und wirkt sich unmittelbar auf die Wirtschaft vor Ort aus.

Menschen vor Ort kennenlernen

Das ideale Airbnb ist ein spannender Ort zum Übernachten und eine Gelegenheit, mit Menschen vor Ort in Kontakt zu kommen. Lokale Gastgeberinnen und Gastgeber können Einblicke und Wissen über versteckte Lieblingsorte und Geschichten teilen. Laut Airbnb stammen 61 Prozent der Empfehlungen von einzelnen Hosts. Das summiert sich auf eine beeindruckende Zahl von einer Million besonderer Erlebnisse, die lokale Airbnb-Gastgebende ermöglichen.

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Kann man Airbnb als verantwortungsvoll Reisende noch nutzen?

Wir würden sagen: ja! Airbnb kann eine tolle Erfahrung sein – nicht nur für die Reisenden, sondern auch für die Gastgebenden. Allerdings kommt es, wie bei vielen Dingen, auf bewusste Entscheidungen an.
Dazu lohnt sich ein Blick in unseren Leitfaden, wie man ein Airbnb verantwortungsbewusst auswählt.